KI-gestützte Analyse von Anforderungen


Der Brandschutz im neuen Gebäude entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben? Die ausgelieferte Software entspricht nicht dem Bedarf des Auftraggebers? Ein Grund für Mängel dieser Art können missverständliche Anforderungen gewesen sein. Das »Requirements Analysis Toolkit (RAT)« unterstützt Projektmitarbeitende dabei, nicht-eindeutige Anforderungen zu erkennen, umzuformulieren und damit Risiken und Kosten für beteiligte Unternehmen zu minimieren. Dies geschieht mittels der Analyse und Konsolidierung von Anforderungen sowie ihrer sprachlichen Qualitätssicherung.

Requirements Analysis Toolkit (RAT)

Aufgabe

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Das »Requirements Analysis Toolkit« (RAT)unterstützt durch die Analyse, sprachliche Qualitätssicherung und Konsolidierung von Anforderungen dabei, nicht-eindeutige Anforderungen zu erkennen, umzuformulieren und damit Risiken und Kosten für Unternehmen zu minimieren.
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Sich einen Überblick über den Anforderungsbestand eines Projekts zu verschaffen, kann eine große bis unmögliche Herausforderung darstellen. Einfach zu groß sind zuweilen die Datenbestände. Da technische Unterstützung zudem bislang fehlte, mussten Mitarbeitende weitgehend manuell arbeiten. Das ändert sich mit RAT: Das Tool liefert ab sofort wertvolle zeit- und kostensparende Unterstützung.

In einem Beschaffungsprozess sind die Erhebung, Analyse und Weiterverarbeitung von Anforderungen an ein benötigtes System bzw. Produkt zentrale Bausteine. Anforderungen müssen den Bedarf von zukünftig Nutzenden vollständig darstellen und dabei möglichst eindeutig und unmissverständlich formuliert sein, sodass Auftraggebende daraus eine Leistungsbeschreibung erstellen können. Diese darf für Realisierende keinerlei Interpretationsspielraum offenlassen und muss einen vereinbarten Leistungsrahmen genau und unmissverständlich definieren. Nur so ist sichergestellt, dass das gelieferte System wirklich dem Bedarf der Nutzenden entspricht. Sind die Anforderungen nicht eindeutig, entstehen hohe Risiken und Kosten durch spät erforderlich werdende Umplanungen im Projekt. Anforderungen sind also ein wichtiges Bindeglied zwischen Nutzenden, Auftraggebenden und realisierender Industrie.

Um das Risiko missverständlicher Anforderungen zu minimieren, wurde das Requirements Analysis Toolkit (RAT) entwickelt, das diese Eindeutigkeit durch verschiedene Bausteine fördert. So steht neben der sprachlichen Qualitätssicherung jeder einzelnen Anforderung auch die Analyse und Konsolidierung der Gesamtmenge der Anforderungen in Bezug auf eine konsistente Fachsprache und Dopplungen im Fokus. Zudem werden Anforderungen existierenden Elementen bzw. Komponenten im Unternehmensportfolio zugeordnet und Lücken dort so identifiziert. Zu diesem Zweck ist es ebenfalls notwendig, einen Anforderungsbestand nach verschiedenen inhaltlichen und formalen Kriterien zu klassifizieren, zu durchsuchen und zu ordnen. Nur so kann ein Überblick über den gesamten Anforderungsbestand gewonnen werden.

Da es für all diese Aufgaben bisher keine Tool-Unterstützung gab, mussten Projektmitarbeitende weitgehend manuell arbeiten. Das ist nicht nur sehr zeit- und kostenintensiv, sondern insbesondere bei großen Anforderungsbeständen auch nahezu unmöglich. Nun unterstützt RAT Projektmitarbeitende dabei, möglichst eindeutige und unmissverständliche Anforderungen zu erhalten und diese bestehenden Portfolio-Elementen zuzuordnen.

Zielgruppe von RAT sind insbesondere Organisationen, die Systeme an die Industrie oder Zulieferer beauftragen und gewünschte Leistungen somit eindeutig beschreiben müssen. Dies sind zum Beispiel Beschaffungsämter der öffentlichen Hand oder Beschaffungs- und Logistikabteilungen von großen Firmen bzw. der integrierenden Industrie.